Gedenkstätte Cap Arcona auf der Insel Poel

Ich war auf der Insel Poel und habe dort die Gedenkstätte Cap Arcona besucht. Diese findet ihr dort „Am Schwarzen Busch“ im Norden der Insel.

An diesem Ort wird den toten KZ-Häftlingen gedacht, die beim Untergang der Cap Arcona ums Leben gekommen sind.

Auf Poel wurde die Gedenkstätte errichtet, da auch hier viele Tote des Schiffuntergangs an die Küsten gespült wurden. Die Toten wurden auf dem Inselfriedhof in Kirchdorf bestattet.

Bilder zur Cap Arcona Gedenkstätte auf der Insel Poel

Hier findet Ihr ein paar Eindrücke zu der Gedenkstätte für die ermordeten Menschen von der Cap Arcona.

Die Geschichte der Cap Arcona

Vom Stapellauf bis zur Ausmusterung

Das Schiff war ein Luxusdampfer und das Vorzeigeschiff der Hamburg-Südamerika-Linie. Der Name wurde nach dem Kap Arkona auf Rügen benannt. Das Schiff ging im Jahr 1927 vom Stapel und war eines der schönsten Schiffe seiner Zeit.

Die Jungfernfahrt begann am 19. November 1927 und führte das Schiff nach Argentinien. Mit dem Schiff sind überwiegend reiche Menschen und Auswanderer gereist. Die Reise dauerte gerade einmal 15 Tage. Bis 1939 hatte das Schiff mehr als 200.000 Passagiere bei 91 Überfahrten. Die letzte Überfahrt aus Südamerika wurde am 25. August 1939 gestartet.

Nach Kriegsbeginn wurde die Cap Arcona als Hilfsbeischiff für die deutsche Kriegsmarine eingesetzt und musste in der Ostsee bleiben. Es diente als Wohnschiff und auch als Filmkulisse für eine Titanic-Verfilmung. Die Verfilmung wurde aber nie in Deutschland gezeigt. Ab 1944 wurde das Schiff zum Transport von Flüchtlingen aus Ostpreußen verwendet. Doch die dritten Evakuierungsfahrt konnte nicht durchgeführt werden, da es zu einem Maschinenschaden kam. Das Schiff lag also manövrierunfähig vor Neustadt und wurde daher von der Kriegsmarine ausgemustert.

Gedenkstätte Cap Arcona Geschichte Infotafel

Die letzten Tage der Cap Arcona

Als die Briten anrückten, wurden die KZ-Gefangenen aus Neuengamme nach Lübeck verlegt. Zeitweise waren bis zu 7.500 KZ-Häftlinge auf der Cap Arcona einquartiert. Das Schiff war überfüllt und fehlende Nahrung und die schlechten hygienischen Zustände führten zu vielen toten Menschen auf dem Schiff. Ende April wurden dann viele KZ-Häftlinge, u. a. aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden, auf andere Schiffe umquartiert. Es blieben im Mai 1945 noch etwa 4.600 Gefangene sowie 500 Seeleute und Wachen auf dem Schiff.

Am 3. Mai 1945 wurde in zwei Angriffen das Schiff Deutschland von den Briten versenkt. Auf diesem Schiff waren keine Häftlinge. Weitere Schiffe brachten noch weitere Häftlinge auf die Cap Arcona. Da die Cap Arcona keine besondere Kennzeichnung hatte und mit Bordwaffen ausgestattet war, gingen die Alliierten davon aus, dass es sich bei diesem Schiff um einen Truppentransporter handelte. Es folgte ein Angriff der Royal Air Force mit über 200 Flugzeugen. Es wurden dabei zahlreiche Schiffe versenkt oder beschädigt. Damit sollte die Flucht von Nazis über die Ostsee verhindert werden.

Nach der vierten Angriffswelle legte sich die Cap Arcona auf die Seite. Da die Ostsee an dieser Stelle nicht sehr tief war, ging das Schiff nicht vollständig unter. Durch die Feuer an Board, durch das kalte Wasser und durch weiteren Beschuss der Schiffsbrüchigen durch die Royal Air Force kamen fast alle Menschen ums Leben.

Deutung zu der Verlegung der KZ-Häftlinge auf das Schiff

Am wahrscheinlichsten gilt, dass die SS die Menschen auf das Schiff gebracht hat um sie dann in der Ostsee zu versenken. Augenzeugen aus der Zeit berichten, dass alle Fluchtmöglichkeiten von diesem Schiff blockiert bzw. entfernt wurden. Es wurde auch nur gerade genug Treibstoff getankt, dass es noch als Brandbeschleuniger ausreichen würde. Da das Schiff auch nicht mit einer weißen Fahne als Gefangenenschiff markiert war, wurde ein tödlicher Angriff durch die Alliierten auf die Cap Arcona von den Nazis quasi provoziert.

Eine weitere Theorie ist, dass die Häftlinge ohne Mordabsicht auf das Schiff gebracht wurden. Das Schiff wurde eher als Notquartier gesehen um die Häftlinge auf jeden Fall unter eigener Kontrolle zu halten. Indizien dazu sind die große Anzahl an Wachen und Bordkanonen. Der wenige Treibstoff sollte dabei für die Stromaggregate dienen. Für welchen Zweck die Gefangenen weiter eingesetzt werden sollten, kann dabei nur vermutet werden. Am wahrscheinlichsten gilt der Einsatz als Arbeitssklaven.

Die dritte Theorie besagt, dass im Ermittlungsverfahren gegen SS-Mitglieder behauptet wurde, dass die Häftlinge nach Schweden gebracht werden sollten. Es ist nicht auszuschließen, in Anbetracht der Manövrierunfähigkeit der Cap Arcona aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Hier geht man eher von einer Schutzbehauptung durch die angeklagten SS-Mitglieder aus.

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